1.8 Die Deutsche Revolution 1918/19

Zusammenfassung:

(Folie 15.)
Die Niederlage und die Revolution in Russland führten nicht zu einem Zusammenbruch der Entente. Die deutschen Truppen konnten dem Angriff der amerikanischen Einheit nicht mehr standhalten. Deswegen sahen Hindenburg und Ludendorff sich gezwungen am 29. September 1918 die endgültige Niederlage Deutschlands zu erklären. Diese Niederlage führte zu einer revolutionären Kettenreaktion in Deutschland.

(Folie 16.)
Ein letztes Mal wollte die deutsche Marineleitung, die britische "Grand Fleet" angreifen (Ende Okt. 1918). Damit war die kaiserliche Hochseeflotte nicht einverstanden und verweigerten deshalb das Auslaufen der Flotte. Daraufhin befahl die dt. Marineleitung Massenverhaftungen durchzuführen. Diese Verhaftungen führten zu Protesten und Streiks. In Kiel kam es zur Schießerei und im November wurde ein Soldatenrat gegründet. Der Matrosenaufstand weitete sich immer mehr aus. Im dt. Reich wurden auch Arbeiter und Soldatenräte gegründet.

(Folie 17.)
Die Oberste Heeresleitung forderte einen sofortigen Waffenstillstand, welcher eine Krise der Monarchie auslöste. Präsident Wilson wollte nur mit einem zivilen dt. Regierung verhandeln. Die Linkspartei sowie die Reichsregierung von Baden forderte den Rücktritt des Kaisers, da dieser der eigentliche Verursacher des Krieges war. Am 9. Nov. 1918 rief der Sozialdemokrat Scheidemann die demokratische Republik in Deutschland aus.

(Folie 19.)
Kurz nach Scheidemanns Verkündung, rief Karl Liebknecht die Errichtung einer "freien Sozialistischen Republik Deutschland" aus. Es soll keine Knechte mehr geben, außerdem sollte jeder Arbeiter einen ehrlichen Lohn für seine Arbeit bekommen. Die Herrschaft des Kapitalismus sei gebrochen. Die Regierung der Arbeiter und Soldaten soll neu aufgebaut werden. Außerdem soll die Ordnung des Proletariats, die Ordnung des Friedens und das Glück und die Freiheit der Bürger geschaffen werden.
Die Weltrevolution ist beendet.

(Folie 20.)
Reichskanzler Max von Baden trat zurück und gab die Regierungsgewalt an Friedrich Ebert (SPD)ab.Um einen Bürgerkrieg zu umgehen wurde eine provisorische Regierung gebildet. Diese nannte sich "Rat der Volksbeauftragte". Diese Regierung bestand aus M(SPD) und (USPD). Freie Wahlen wurden für die Nationalversammlung beschlossen. Dieses Gründungsparlament sollte über die zukünftige Verfassung entscheiden.

(Folie 21.)
Beim Rätekongress in Berlin wurde über die zukünftige Staatsform in Deutschland diskutiert. D.h. entweder die sozialistische Räterepublik oder die parlamentarische Demokratie. Im Dez. 1918 fand der erste Reichskongress der Arbeiter und Soldatenräte aus ganz Deutschland statt. Es wurde sich für die parlamentarische Demokratie in Deutschland entschieden.

(Folie 22.)
Die Linke n gaben den Kampf nicht auf. 1918 wurde dann die linkssozialistische Gruppe die Kommunistische Partei (KPD) durch Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gegründet. Die KPD wollte sich an den Wahlen zur Nationalversammlung nicht beteiligen. Sie forderten nur den  bewaffneten Aufstand.


(Folie 24.)
Der sog. Ebert-Groener-Pakt hatte Erfolg. Die Wahl zur Nationalversammlung konnten stattfinden. Frauen durften sogar das erste Mal wählen. Gewählt wurden die demokratischen Parteien SPD, USPD, DDP und Zentrum.

(Folie 25.)
Ruhe und Ordnung wollten trotzdem in Deutschland nicht einkehren. München wurde zum chaotischen Zentrum von Revolution und Gegenrevolution. Nachdem der bayerische König abgedankt hatte, übernahm die USPD das Amt des Ministerpräsidenten (es war Kurt Eisener). Leider scheitete Kurt Eiseners Übergang von der  Monarchie zur Demokratie. Kurt Eisener wurde durch einen Rechtsradikalen ermordet.

(Folie 26.)
In München wurde die bayerische Räterepublik ausgerufen. Die Regierung in Berlin wollte keine Räterepublik in Bayern und schickte Regierungstruppen nach München. München wurde eingekreist und erobert. Es kam zu hunderten von Erschießunggen.


(Folie 28.)
Der Erste Weltkrieg hatte Not und Elend über Europa gebracht. Durch ihn  kam es zur Russische Revolution. Der Kommunismus breitete sich aus. Die kommunistische Internationale tagte vom 2.-19. März 1919 in Moskau und verkündete die Weltrevolution.
Die Folge waren kommunistische Unruhen. Die kommunistische Weltrevolution war in den ersten Jahren nach Ende des ersten Weltkrieges fast so gut wie gesichert.

(Folie 29.)
Es war eigentlich davon auszugehen dass die radikale Gegenreaktion nicht länger auf sich warten ließ. Da es den Faschismus schon vor dem ersten Weltkrieg gab, war eigentlich davon auszugehen das nach dem ersten Weltkrieg die Bedingungen für eine faschistische Bewegung optimal waren. Da der Nationalismus Ursache für den ersten Weltkrieg war, wurde er jetzt erst recht radikalisiert. In Italien und Deutschland kam der Faschismus bzw. der Nationalismus 1922 bzw. 1933 an die Macht.
In Österreich, Polen, Litauen, Spanien und  Portugal entstand das autoritäre und nationalistische Regime. Sie gingen auch gegen den Kommunismus und gegen die demokratische Ordnung vor.

(Folie 30.)
Der Kapp-Luttwitz-Putsch schlug fehl und die Machübernahme durch die rechtsextremistische Gruppierung in Deutschland scheiterte 1923. General Ludendorff wurde freigesprochen. Hitler wurde verurteilt, leider nur zu angenehmen Haftbedingungen, in denen er seine Propagandaschrift "Mein Kampf" verfasste. Hitlers Ziel lautete: Revanche für die Niederlage im ersten Weltkrieg und die Eroberung vom Lebensraum im Osten. Als dann Hitler an die Macht kam war der Zweite Weltkrieg schon vorprogrammiert.

Rede von Scheidemann